Worauf es ankommt, ist, daß zukünftige Generationen

von der Vergangenheit  lernen und ein

besseres Morgen gestalten

( Jordan B. Garfunkel )

Kressman-Taylor: Empfänger unbekannt

Grußwort Monika Griefahn

Monika Griefahn

Mitglied des Deutschen Bundestages

Kultur- und Medienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion

Ministerin a. D.

 

Grußwort zur Premierenvorstellung von

„Empfänger unbekannt“

im Heimathaus Jesteburg am 15. Februar 2008 in Jesteburg

 

Liebe Loretta Wollenberg,

liebes Ensemble der Jesteburger Kammerspiele,

liebe Kulturfreundinnen und Kulturfreunde,

 

als ich den Infozettel für die Premierenveranstaltung „Empfänger unbekannt“ gelesen habe, ist mir sofort das packende Zitat  aufgefallen:

 „Worauf es ankommt, ist, dass zukünftige Generationen von der Vergangenheit lernen, und ein besseres Morgen gestalten!“

 Ich finde, ein besseres Motto für die Jesteburger Kammerspiele hätte man kaum finden können!

 Denn das Thema Nationalsozialismus und seine menschenfeindliche Ideologie haben auch mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges nichts an Aktualität einbüßt. Leider, muss ich Ihnen sagen! In der letzten Zeit häufen sich Übergriffe auf Menschen nicht-deutscher Herkunft. Im vergangenen Jahr haben uns die traurigen Vorfälle im sächsischen Mügeln, wo eine Hetzjagd auf indische Mitbürger veranstaltet wurde, erschüttert. Solche abscheulichen Taten dürfen wir nicht tolerieren! Nur allzu häufig wird das Problem Rechtsradikalismus als ein ostdeutsches Phänomen abgestempelt. Das halte ich für schlichtweg falsch und sehr gefährlich. Denn Nazis machen vor unserer Tür nicht halt! Das hat uns der NPD-Aufmarsch in Meckelfeld Ende Januar leidlich vor Augen geführt.

 Ich finde es sehr bedauerlich und zugleich besorgniserregend, dass sich junge Leute von rechtsextremistischen „Rattenfängern“ einfangen lassen und           Schluss folgt


Über die Autorin


Kathrine Kressmann Taylor ( 1903 – 1996 ) war eine US-amerikanische Schriftstellerin., von Beruf Werbetexterin und Journalistin. Ihr bekanntestes Werk Adressat unbekannt (englisch: Address Unknown) erschien bereits 1938, wurde aber erst Jahrzehnte später in Europa bekannt.

Das Buch beschreibt mit großer Akuratesse und Subtilität die Veränderungen, die der Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland brachte. Taylor, die ein Pseudonym wählte, da ihr Verleger meinte, ein politischer Text einer Frau würde nicht ernst genommen, veröffentlichte 1942 ein weiteres Buch Day of no return ( Bis zu jenem Tag ) das anhand der Geschichte des real existierenden Leopold Bernhard das Schicksal deutscher Christen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus zeigte.

 Nach dem Erscheinen ihres zweiten Buches lehrte sie am Gettysburg College. Später lebte sie in Florenz und Minneapolis. Nachdem Adressat unbekannt ein internationaler Erfolg geworden war, verbrachte sie ihr letztes Lebensjahr nach eigener Aussage glücklich damit, Autogrammkarten zu schreiben und Interviews zu geben.

 

Adressat unbekannt zeigt einen fiktiven Briefwechsel zwischen einem jüdischen, in San Francisco lebenden Kunsthändler und seinem nach Deutschland zurückgekehrten Freund und Geschäftspartner. Der Deutsche zeigt sich zunehmend begeistert vom Nationalsozialismus, schließlich beginnt sich die Beziehung der beiden in offene Feindschaft zu verwandeln. Als ausgesprochen kurzes Buch ist die Handlung sehr dicht.

 

1938 erschienen in der US-Zeitschrift Story, sorgt die Geschichte für eine breite öffentliche Diskussion. 1939 wurde sie als Buch veröffentlicht, erreichte eine Auflage von 50.000 Stück in den USA und wurde in Deutschland verboten.


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