William Shakespeare

EIN SOMMERNACHTSTRAUM

Wer träumt denn hier?

 Darüber haben sich Jahrhunderte lang kluge Köpfe denselben zerbrochen. Wo ist bei diesem Stück der Anfang, wo das Ende? Antwort darauf und auf alle Hintergründe, die zur Aufklärung dieser Frage und der komplizierten Vorgänge in diesem Shakespeare -Stück  dienen, können wir natürlich auch nicht geben. Was passiert denn da zwischen Geistern und Menschen, die sich das gleiche Stückchen Erde teilen? Die einen treiben mit den anderen ihr Spiel, aber diese anderen ahnen nichts davon. Die Menschen müssen „einfach durch“, durch den Wirrwarr ihrer Gefühle, sind dem Spiel der „Übermächte“ ahnungs- und hilflos ausgeliefert  Nur einer, der Weber Nikolaus Zettel, der etwas schrullig egomane, aber auch versponnene Handwerker, erhält plötzlich Einblick in diese Geisterwelt. Hat Kontakt mit Ihnen, wird zum Spielball und für eine Nacht sogar zu ihrem Gefährten. Ein Eindruck, der ihn sicher sein ganzes Leben nicht mehr loslassen wird. Und wenn er seinen Gefährten davon erzählen würde? Seinem Fürsten, seinen Handwerkerfreunden? Keiner wird ihm Glauben schenken. Zettel, der Spinner, werden sie sagen und ihn belächeln. Er wird sich hüten, wird sein Geheimnis mit sich herumtragen und nach anderen Wegen suchen, seine tiefen Eindrücke zu verarbeiten. Wird sich aufmachen, um ein Leben lang zu träumen. Vielleicht wird der theaterbesessene Zettel ein Theater gründen, oder malen, oder schreiben. Zettel ist ein Künstler, einer der immer ein bißchen mit einem Fuß in einer anderen Welt steht, der aber immer auch für ein bißchen mehr Leben im grauen Alltag sorgt. Einer, der andere mitreißt. Dafür sehen die anderen, hier seine bodenständigen Handwerkerkollegen, gerne über seine egomanen Anfälle hinweg. Zettel will jede Rolle im Handwerker-Stück spielen, weil ihm zu jeder etwas einfällt. Natürlich ist es dieser Träumer, dieser „ Spinner“, den Puck sich aussucht, um „aus ihm einen Esel zu machen“, oder ihn in einen Esel zu verwandeln. Bei Zettel kann Puck sich sicher sein, daß er sich bereitwillig einläßt, auf die Reise in die Geister- und Elfenwelt.

Premiere wegen Dauerregen in der St. Martinkirche:

MITWIRKENDE

 Hippolyta / Titania.....................................…………..Chari Tihanyi

 Hermia…………………………………………..……..….......….Sarah Charlotte Ernst

 Helena…………………………………………………….........….Silke Rackelbusch

 Theseus / Oberon......................................................Kai-Olaf Kapak

 Egeus...........................................................................Christian Bode

 Lysander.....................................................................Philipp Parrey

 Demetrius...................................................................Mike Nikitin

 Philostrat....................................................................Ingrid Greiff

 Squenz, der Zimmermann, auch der Prolog............Ulrich Kusche

 Zettel, der Weber, auch Pyramus.............................Peter Ließmann

 Zettel, auf der Bank sitzend......................................Hans Nack

 Flaut, der Blasebalgflicker, auch Thisbe..................Christa Abbing

 Schnock, der Schreiner, auch der Löwe....................Dina Bösch

 Schnauz, der Kesselflicker, auch die Wand..............Annette Nack

 Schlucker, der Schneider, auch der Mond...............Helga Passenheim

 Puck...............................................................................Alexander Stozno

 Puck, auf der Bank sitzend.........................................Gerda Oberender

 Der junge Puck.............................................................Philipp Vennewald

 1.Elf................................................................................Verena Spitzhüttl

 2.Elf………………………………………............................. ..…Marieke Erdtmann

 3.Elf................................................................................Farena Schnell

 4.Elf................................................................................Pia Schnell

 Kleine Elfen...................................................................Nicole Gebhardt; Sandra Gebhardt;

 

Regieassistenz/ Souffleuse:.........................................Elisabeth Kröger

Inspizienz / Elfenchoreographie.................................Claudia Vennewald

Technik: Ton / Licht.....................................................Firma GrohPa  Veranstaltungstechnik

Gesamtleitung, Regie, Kostüme..........................Loretta Wollenberg

Als Gast:

Das Blasorchester des Jesteburger Schützenvereins


Proben und 2. Vorstellung am Pastorenteich

Aus dem Programmheft

Was passiert denn da?

Es ist wie im wahren Leben. Ein Ehepaar ist nicht besonders gut aufeinander zu sprechen, und damit nimmt das Unheil seinen Lauf. In diesem Stück heißen sie nicht Müller oder Schulze, sondern Oberon und Titania und leben inzwischen voneinander getrennt. Jedoch befinden sich ihre Aufenthaltsorte in unmittelbarer Umgebung, womit sich gewisse Begegnungen nicht vermeiden lassen, was bei beiden nicht zu bester Laune führt.

 

Oberon, von Beruf Herrscher über die Geister- und Elfenwelt, ist etwas säuerlich auf seine Gattin Titania zu sprechen, weil sie ihm einen kleinen Inderjungen, den sie als Wechselbalg von einem Indienaufenthalt mitbrachte, partout als Spielgefährten verweigert. Er möchte sich nun auf seine Weise an seiner Frau rächen und bedient sich hierbei des treuesten seiner dienstbaren Geister, des Puck, der wie alle Geister über die Gabe verfügt, sich bei Bedarf vor den Menschen unsichtbar zu machen. Puck soll im Auftrag seines Chefs Oberon nach einer Zauberblume suchen und ihren Blütensaft in die Augen der schlafenden Titania träufeln, so daß sie, wenn sie aufwacht, in Liebe zu dem erst besten Wesen entflammt, das ihr über den Weg läuft .

 

Aber nicht nur in der Elfenwelt herrscht das Beziehungschaos. Theseus hat sich von einer Reise zu den Amazonen deren Königin Hippolyta mitgebracht. Nun gibt er sich alle Mühe den dreisten Raub vergessen zu machen und wirbt um Hippolytas Hand, die sich nur zögerlich auf eine Ehe mit ihrem Kidnapper einlassen will. Dennoch laufen die Vorbereitungen zur Hochzeit auf allen Touren. Weitere Paare ringen um ihr Lebensglück. Es geht um Liebe und Verwicklungen. Eine junge Frau namens Helena liebt einen jungen Mann namens Demetrius, dieser ist jedoch in Liebe zu Hermia entbrannt. Und Hermia? Sie liebt den Lysander und Lysander kann ebenfalls die Augen nicht von ihr lassen, dies alles zum allerhöchsten Verdruß von Hermias Vater Egeus, der sich den Demetrius als Schwiegersohn erwählt hat. Daß dies so nicht gutgehen kann und zu leidenschaftlichen Auseinandersetzungen führen wird, ist zu erwarten. Dann gibt es noch die wackeren Handwerksmeister. Sie haben zwar mit der Liebe nichts am Hut, möchten aber anläßlich der hochrangigen Hochzeitsfeier zwischen Theseus und Hippolyta ein Schauspiel aufführen, um in den Genuß von 6 Groschen auf Lebenszeit zu kommen. Dazu werden sie in den Wald gehen, um heimlich zu üben. Der schalkhafte Puck wird sie hier stören und in Angst und Schrecken versetzen. Denn Puck hat sich für den üblen Spaß, den er im Auftrag seines Chefs ausführt, ausgerechnet einen bedauernswerten Handwerker, den Weber Nikolaus Zettel auserkoren und verwandelt ihn in einen Esel. Es kommt so wie es kommen muß. Titania erwacht, erblickt Klaus Zettel, jetzt in Eselsgestalt, und entdeckt ihre glühende Liebe zu ihm

 

Weitere Verstrickungen und situationsbedingte Umstände werden zu Tage kommen, denn Puck kann es nicht bei einem Schabernack lassen. Hat er doch sein Vergnügen am Wirrwarr der Gefühle. Auch die jungen Liebenden bekommen die Wirkung des Zaubersaftes zu spüren und damit gerät alles restlos durcheinander. Wer liebt jetzt hier wen? Alles umgedreht und auf den Kopf gestellt. Nach einiger Zeit des bunten Treibens hat Oberon jedoch ein Einsehen, sorgt für Ordnung in Geister- und Menschenwelt. So bekommt Hermia ihren Lysander, Helena ihren Demetrius und auch Oberon und Titania schließen Frieden miteinander. Der Himmel hängt nun voller Geigen und mit der Hochzeitsfeier zwischen Hippolyta und Theseus, bei der die Handwerker nun endlich ihr Schauspiel, die tragische Geschichte von Thisbe und Pyramus, aufführen dürfen, endet der Traum einer Sommernacht.

                                                    Alles klar?

Nun liebes Publikum, laßt euch überraschen, oder verzaubern und begleitet uns für einige mystische Augenblicke in eine andere Welt.

                                                           Ihre Helga Passenheim