Loretta Wollenberg:

Mozart op Besoek in Jesborg

... Oder Wo Mozart gerne hingereist wäre

Ein Märchen

Eröffnungsveranstaltung des

Jesteburger Mozartfestes 2006

 

 

im

 

Heimathaus Jesteburg

 

den 27. Jänner

 

 

 

 

 Mitwirkende

 

( in der Reihenfolge ihres Auftretens )

 

 

 

Die Frauen und Fräulein des Spinnkreises des Jesteburger Arbeitskreises für Heimatpflege

 

Die Tanzgruppe der Jesteburger Landfrauen

 

Blasorchester des Jesteburger Schützenvereins

 

Brook Bauncers, Break Dancer des Vereins Jugend aktiv, Jesteburg

 

Kirchenchor der St. Martins Gemeinde, Jesteburg

 

Karl-Hermann Meyer, Vorsitzender des Arbeitskreises zur Heimatpflege

 

Ingrid Greiff, Ziehharmonika, Jesteburger Puppenmuseum

 

 

 

Ehepaar Mozart:

 

Iris Schoof

 

Hans-Josca Pintschovius

 

 

 

Nannerl Mozart, Wolferls Schwester

 

Pia Schnell

 

                                                                                                                                  

 

Als Wolfgang Amadeus Mozart:

 

Das Geburtstagskind

 

Samuel Vollmert, Klavier,

             Samuel feiert am 27. Januar 2006  seinen 12. Geburtstag

 

 

 

 

Als Gäste:

 

Das Flötenensemble der Musikschule Hanstedt

 

Die Buxbaam-Saitenmusi, Grassau, Chiemgau

 

 

 

Lesung:

 

Loretta Wollenberg

 

 

 

In der Gaststube werden sie bedient von:

 

Elisabeth Kröger

 

 

 

Die Postkutsche wird gefahren von W. Herrig

 

 

 

 

An den Spinnrädern sitzen die Frauen des Spinnkreises des Jesteburger Heimatkreises

und arbeiten

 

Unter ihnen die Tänzerinnen der Tanzgruppe der Jesteburger Landfrauen,

sie hören den Geschichten der Spinnerinnen zu. Summen das Jesteburger Lied,

 

 

 

Eröffnungsworte

 

 

Mozart op Besoek in Jesborg

 

Oder

 

Wo Mozart gerne hingereist wäre

 

 

Es war einmal...

 

 

 

... vor langer, langer Zeit ein verwunschenes, fruchtbares Stückchen Erde. - Ein Flüsschen schlängelte sich mit seinen vielen, zierlichen Verästelungen durch das, mit Mischwald dicht bewachsene Tal. Es bildete die Grenze zwischen dem Bardengau und dem Gau Mosidi und schuf mit seinen unzähligen, winzigen Ärmchen viele kleine Moorflächen und fruchtbare Wiesen. Eines Tages begab es sich, daß eine Gruppe Menschen durch das Land streifte, um  nach einer neuen Heimat Ausschau zu halten. Man nannte sie die Langobarden, nach ihren langen, langen Bärten, die ihnen gar oft ein grimmiges Aussehen verliehen.  Sie kamen von weither, hatten ihre Heimat  verlassen und wanderten die Elbe entlang, um später durch Böhmen bis an die Donau, schliesslich sogar nach Oberitalien zu gelangen, wo sie ein Königreich gründen sollten. Einige von ihnen aber scheuten die Wanderung ins Ungewisse. Ihnen gefiel dieses anmutige Fleckchen so gut, dass sie sich entschlossen, sich auf der Seite des Gaus Mosidi niederzulassen, um eine Siedlung zu gründen. Sie Gewannen dieses quirlige, lebendige Flüsschen bald recht lieb und gaben ihm den Namen, die Schnellfliessende, die Seeve. Aber während ihre Stammesgenossen mit der Gründung ihres Königreiches, der Lombardei, in die Geschichte eingehen sollten, hinterliessen die Langobarden, die im Gau Mosidi ihr kleines Reich gründeten, nur wenig Spuren, die den ahnen von ihrem Leben an der Schnellfliessenden erzählen sollten. Lediglich eine Häufung von aufgeworfenen Grabhügeln und Opferstätten, von Gebrauchsgegenständen, wie Tongefässen, Steinbeilen, Pfeilspitzen und Spindelteilen, zeugen von einer einst dichten Besiedelung des Fleckens schon vor nahezu 4000 Jahren. Unsere Langobarden lebten wohl bis ins Jahr 700 in den Wiesenauen der Seeve, und müssen ihre Siedlung zu einiger Bedeutung geführt haben, doch dann fielen  Fremde in das Grasland ein. Aus dem Norden drangen die Sachsen ein und machten sich Bewohner und Siedlung untertan. Aber der Friede wollte sobald nicht wieder einkehren. Das beschauliche Tal wurde zum Schauplatz heftiger, manchmal grausamer Auseinandersetzungen. Kaiser Karl, der Der Grosse genannt wurde, gründete sein Reich und unterwarf alle heidnischen Stämme. So kehrte das Christentum in die Gegend und nach Übel geführten Kriegen in das ganze Land ein. Mit den Eroberern kamen neue Fremde ins Land. Mönche und Priester aus dem Süden. Taufkirchen wurden eingerichtet, um das Reich des Kaisers zu befrieden. Das Grasland hatte sich verändert, eine Burganlage mag gebaut worden sein, in einer der kleinen Schleifen, die die SchnellflieSSende so zahlreich warf, um an der Grenze der Herrschaftsbereiche der Stader Grafen und der Lüneburgischen Herzöge   den Frieden zu verteidigen. Graslandburg wurde sie genannt,  Vielleicht - Gersithi – Grasland, Gerdsedeborg. Es heisst, dass St. Ansgar, der Apostel des Nordens, hier im Jahre 850 eine Kirche erbauen liess, auf der Flucht aus der Hammaburg. Eine Holzkirche wird es gewesen sein, die wohl 300 Jahre später, um 1200 einem Bau aus grossen und kleinen Feldsteinen weichen musste, derer es in der Gegend so reichlich gab. Ihr ganzer Stolz war eine kleine romanische Glocke, die im Jahre 1190 gegossen wurde und die die Wirren der Zeiten bis weit in die Zukunft, ja bis in unsere Tage überdauern sollte. Schwer war das Leben der Bauern, die die drei Hofstellen bewirtschafteten, die im Jahre 1144 den Stader Grafen gehört Haben mögen. Sie waren ihrer adeligen Grundherrschaft zu treue und mancherlei Dienst verpflichtet, um von Ihr wiederum Schutz gewährt zu bekommen, Ihnen ein wehrender herr zu sein.  Erbschaftsauseinandersetzungen schwächten nicht nur die adeligen Herrscherfamilien, sondern besonders die bäuerlichen Untertanen. Der Gegenseitige treueschwur geriet mehr und mehr in Bedrohung. Das Lehn verkam zum Wertobjekt. Die mächtigen Landesherren waren hoch verschuldet und verpfändeten ihre Vogteien an die grossen Handelsstädte, die sich an den pflichtigen Bauern schadlos hielten, um ihre Schulden einzutreiben. - So dünn besiedelt das Land inzwischen auch war, so bestand doch kein Interesse Bei der Obrigkeit am Zuzug neuer Siedler ins Grasland an der Seeve. Der Ertrag Der Höfe diente kaum zum selbsterhalt, So kam es, dass es für eine lange Zeit nur 3 Bauernstellen in Gersedeborg gab, neu gegründete Höfe wurden von ausgesiedelten Familienmitgliedern bezogen, die allgemein Kötner genannt wurden. Auch den ansässigen Menschen wurde das Leben schwer gemacht. Liebende fanden nicht zueinander, da die Obrigkeit ein striktes Heiratsverbot verhängt hatte. Nur wenn einer ein einkommen nachweisen konnte,  wurde ihm die Hochzeit gewährt. Die Witwenversorgung musste festgelegt sein, die versorgung der Eltern ebenso. Jüngeren Geschwistern blieb der Ehestand für immer verschlossen, sie lebten bei den Eltern als Imker oder Mägde und unterschieden sich in ihren Rechten kaum  von denen des Gesindes. Uneheliche Geburten gar mussten sie mit einem Jahreslohn sühnen. Es war ein hartes Los, noch härter aber traf es die Kinder, wenn ihnen etwa die Mutter starb. - Ein Heiratszwang verlangte, dass der vater sich schon bald nach einer neuen Frau umzuschauen hatte. Wurde ein neues Kind geboren, so trachtete die neue Frau danach , die lästigen Mäuler und hoferben bald los zu werden und schickte brüderchen und schwesterchen, oder hänsel und gretel in den dunklen wald. So gingen jahrhunderte ins land, und aus dem kleinen örtchen Gerdsedeborg wurde Gersedeborg wurde Gersetheborg wurde Jersedeborch wurde yersedeborg wurde Jersteborg und wieder Jersedeborg, das war im Jahre 1495 und das Örtchen erhielt neue Bedeutung, da es zur Zollstation ernannt wurde. Bald nun hiess es Jesteborgh und das erste Kirchenbuch von anno 1684, das pastor kaiser einführte, nennt uns zum erstenmal den Namen Jesteburg, so wie ihn noch die Ahnen kennen sollten.

 

Zu dieser Zeit etwa, so hören wir, bewohnte Hein Harmness den jesteburger Hof nr 1. Er besass 91 grosse und kleine Stücke Ackerlandes, die sich weit verteilten. In mühevoller kleinarbeit war dieses Land dem kargen Heideboden abgerungen und urbar gemacht worden. Längst schon waren die grünen Flächen einer verhängnisvollen Umweltkatastrophe zum Opfer gefallen, die Menschen mit ihrem leichtsinn verursacht hatten. Gewaltiger Holzschlag und Einweidung hatten das Land zu einer unwirtschaftlichen Steppenlandschaft werden lassen. Um überleben zu können, wurden die schafherden stetig grösser. Hohe steuern mussten geleistet werden, neben geld wurden auch dienstleistungen zur Pflicht. So musste ein Bauer mit Pferd und wagen 2 tage in der Woche dem Landesherren zur verfügung stehen oder als Briefträger die Post bis Soltau oder Bispingen befördern. Zu dieser Zeit nun erhielt das örtchen einen Vogt und erlangte einige Bedeutung. Mit vogt tiedemann, der ein geschäftiger und pfiffiger Geselle war, kehrte neues Leben unter den menschen ein. Der clevere vogt vollrichtete nicht nur seine administrativen Pflichten, er war besitzer eines ansehnlichen hauses und befand seine vogtei und den Kirchspielort Jesteburg als einen ausgezeichneten platz für eine gastwirtschaft. Gedacht – getan. So erhielt jesteburg seinen ersten krug. Der von nun an zum unmut der kirchlichen obrigkeit von den bauern der umliegenden dörfer nach dem sonntäglichen kirchgang zu einem kräftigen umtrunk genutzt wurde, bald tat es ihm auch der hofbesitzer hans meyer nach, dessen gastwirtschaft sich wohl noch grösserer beliebtheit erfreute.

 

Zur Gaststube wurde der Wohnraum gewählt, Gab es eine grössere Feier, so liess man sich auf der Diele nieder. Und mindestens in den Wintermonaten feierten Mensch und Tier zusammen. Die Gäste nahmen auf schmalen Bänken Platz, die sich längs an den Tierställen entlang aufreihten. Es wurde gesungen, gesoffen und getanzt . Auf der Diele, auf der ein Bretterboden aufgebracht wurde, den sie mit Sand bestreuten und Saal nannten. Musiziert aber wurde jenseits der Menge. Aus gutem Grund. Denn es war dörfliche Tradition, dass die Feste in Jesteburg in einer wüsten Schlägerei endeten, Wobei die Instrumente der Musiker stets grosser Gefahr ausgesetzt wurden. Bei ersten Anzeichen einer beginnenden Schlacht war es also angeraten, das eigene Klanggerät in Sicherheit zu bringen. Und:  geprügelt musste werden. Wat mot dat mot, sagten sich die Jesteburger. Und verfolgten damit ein listiges Ziel. Die Obrigkeit warf ein allzu wachsames Auge auf das dörfliche Leben, diesem Auge konnte man sich mit einem kräftigem Bier und einem ebensolchen Schlage auf´s wirksamste entledigen Und dabei auch manch nachbarschaftliche Unstimmigkeit bereinigen. Wat mot dat mot.

 

Anlass zum Feiern gaben sich die Jesteburger, es mochten wohl um das Jahr 1700 etwa 140 gewesen sein, wo sie es nur vermochten. Grosse Familienfeste, tagelange Hochzeitsfeiern, Erntefeste. Ein Grund war sicher auch die Einrichtung der Schule im Jahre 1651, lange bevor die Dannenbergische Schulordnung dazu aufrief: Ganz besonders gern feierten sie, wenn sie den Grundherrn in die Pflicht nehmen durften. Das war immer der Fall, wenn sie mit dem Zehnten ihrer steuerlichen Pflicht nachgekommen waren. Dann durfte „ Prövenbier“ gefeiert werden und dazu wurde alles mitgebracht, was als Helfer hätte dienen können. Verwandte, Bekannte, Gesinde. Freund und Feind. Ja sogar Musik wurde bestellt und mancher Grundherr stöhnte über den guten alten Brauch, weil die Kosten seinen Ertrag erheblich schmälerten. Ja mit ihrer Lust zu feiern handelten sich die lieben Jesteburger bei ihren Nachbarn in den umliegenden Dörfern gar den Ruf ein, vergnügungssüchtig zu sein. Lieber eine Beerdigung in Jesteburg, als eine Hochzeit in Ohlendorf, wurde gesagt.

 

Grosse historische Ereignisse zogen an den Bewohnern  unbemerkt vorüber, nur der 7 jährige Krieg brachte Unruhen und Opfer, so dass man erleichtert den Friedensbeschluss mit einem Fest beging. Es war nun leichter geworden, eine der unzähligen verwüsteten Hofstätten vom Grundherrn zu erhalten. Eine eifrige Bautätigkeit setzte ein, Auch Pastor Pflug konnte sich nun endlich Gehör verschaffen und die Baufälligkeit des bald 700 Jahre alten Kirchleins beklagen. Es sei so baufällig; dass man in allen deutschen Landen unseres allergnädigsten Königs ihresgleichen nicht finden könnte; Ebenso sei der Glockenturm verfallen und müsste wieder aufgebaut werden

 

Und tatsächlich durfte sich der besorgte Pastor im jahre 1768 über den Wiederaufbau des Glockenturms freuen, der nun wieder zu einer würdigen Heimstätte für die altehrwürdige Glocke werden sollte, die die Jahrhunderte schadlos überdauert hatte. Das war beschlossene Sache. Was aber sagten seine Jesteburger dazu?

 

 

 

Wir wissen es nicht. Sicherlich war ihre Freude nicht so ungeteilt, wie die des Pastors Erdmann Christoph Runge. Kamen da nicht wieder neue Belastungen, neue Verpflichtungen auf sie zu? Es wäre nicht Jesteburg, wenn nicht gemeckert werden würde.

 

Anlass, um sich in der Gaststube zu treffen, war es allemal. Denn die Neuigkeit musste erst einmal besprochen werden. So geschah es an einem Winterabend im Jahre 1768, ...

 

Es mag der 27. Januar gewesen sein...

 

 

 

Die Frauen mögen schon einige Stunden an ihren Spinnrädern gesessen haben und sich den neuesten Tratsch erzählt haben:

 

 

 

Frau Frost erzählt die Geschichte vom Wettstreit - Spinnen

 

Summen das Jesteburglied

 

 

 

Tanzfrauen stehen auf, tanzen

 

 

 

Flötenensemble der Musikschule Hanstedt spielt 2 Volkslieder

 

 

Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß gehn´

 

Wach auf, meins Herzens Schöne

 

 

 

Und immer mehr Jesteburger kamen dazu, die Musiker kamen früh, um die Zeit zu nutzen und die Instrumente rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

 

 

 

Blasorchester des Schützenvereins:

 

 

Auf der Lüneburger Heide

 

 

 

Und endlich kam auch der Hausherr, Bauer Meier, er brachte das Gespräch auf den Kirchturm

 

 

 

Kuddel Meyer kommt dazu und erzählt vom Plan und dem Entscheid,

 

den Jesteburger Kirchturm von 1190  zu erneuern ...

 

Aber längst war die Stimmung so fröhlich, dass keiner mehr so recht das Thema angehen wollte, die ersten Biere waren lange getrunken, es wurde gesungen und getanzt. Ja, sollten sie sich die Stimmung verderben lassen? Sie feierten ihr Jesteburg.

 

Bevor sie aber noch darüber nachdenken konnten, was das nun bringen würde mit dem Kirchtum, ob Glück oder Unheil, kam alles ganz anders und es sollte ein denkwürdiger Abend werden. Dieser 27. Januar 1768, So denkwürdig, dass sie sich im Anschluss alle schworen, für immer darüber zu schweigen. Keiner wusste es am nächsten Morgen mehr zu sagen. War es ein Traum, der sie alle befallen hatte, Ja, hatte man ihnen gar etwas ins Bier gemischt, um ihnen den Geist zu trüben, weil der Turm, koste es, was es wolle, nun mal  gebaut werden sollte. oder waren sie allesamt ganz einfach sturzbesoffen? Darüber wollten sie für immer den Schleier des Vergessens werfen.

 

 

 

Blasorchester des Schützenvereins:

 

Die Post im Walde

 

 Es begann so...

 

Posthorn – Signal 

 

 

 

Ein Posthorn unterbrach das Beisammensein. Auch wenn Jesteburg an einer Heerstrasse lag, es hatte keine eigene poststelle und lebte fernab von fremden und neuen einflüssen.  Die alte Schmiede auf dem Niedersachsenplatz  diente durchreisenden als Relaisstation. Hier wurden Die postpferde gewechselt, wenn nötig auch gleich der hufbeschlag erneuert und notwendige reparaturen AN DER Kutsche getätigt.  hans jürgen meier, der schmied, beeilte sich nicht, die Tür zu öffnen, um nach den Reisenden zu schaun, die das Posthorn-Signal ankündigte. Man wunderte sich allgemein, denn es wurde keine Kutsche mehr erwartet. So begleiteten alle ihren Schmied zur Tür, denn ein bisschen neugierig waren sie schon, die Jesteburger.

 

PAUSE

 

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart:

 

Posthornserenade von CD

 

Währenddessen:

 

 

 

Die Kutsche fährt vor.

 

 

 

Familie Mozart steigt aus.

 

Iris Schoof, Hans-Josca Pintschovius, Pia Schnell, Samuel Vollmert

 

Kutsche fährt weg

 

Wolferl ( Samuel )stürmt rein und schaut sich um,

 

Eltern langsam hinterher

 

Mutter mit Torte, Nannerl mit Geschenken, Vater mit Manuskript

 

 

 

Das waren wohl die merkwürdigsten Gestalten, die die Jesteburger je zu Gesicht bekommen hatten. Paradiesvögel – Bunt, noch dazu mit weissen Haaren. vor allem dieses merkwürdige Kind erregte ihre Verwunderung. So lief in Jesteburg kein Kind durch die Strassen... Ja konnte es denn so etwas überhaupt geben? Besoffen oder nicht, das würde ihnen keiner der Ahnen glauben.

 

 

 

Wolfgang (Samuel ) setzt sich ans Klavier

 

 

Johann Sebastian Bach:

 

Das wohltemperierte Klavier

 

Präludium und Fuge Nr 1, C-Dur BWV

 

 

 

 

 Leopold Mozart stellt sich vor:

 

 

Darf ich mich den Herrschaften vorstellen?

 

Mein Name ist Leopold Mozart, aus Salzburg. Meine Frau Anna, meine Tochter Nannerl

 

Mein Sohn Wolferl, Wolfgang Gottlieb.......Mozart, wir reisen seit einigen Jahren durch die Welt. Meine Kinder haben die Ehre an allen Höfen Europas zu Gast zu sein und den königlichen Hoheiten und Majestäten vorzuspielen.

 

Das Reisen in unseren Tage ist oft eine Strapaze.

 

Wir sind glücklich, bei Ihnen Obdach gefunden zu haben.

 

 

 

Hans-Josca Pintschovius liest:

 

 

Johann Caspar Riesbeck:

 

Reisen im 18. Jhdt

 

 

 

Iris Schoff liest: ( Brief Mutter )

 

 

Ich size meist den ganzen tag allein in zimmer wie in arest, welche noch darzue so  dunckel  sind und oft in kleine höffeln gehn das man den   ganzen  Tag  die Son nicht sehen kann und nicht einmahl weis was es vor ein wetter ist, mit harter miehe kann ich bey ein wenig  einfahlenden  liechten etwas weniges stricken

 

 

 

Samuel Vollmert ( Mozart ) spielt:

 

 

Claude Debussy:

 

Le petit négre

 

 

 

Dann:

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart

 

Rondo Alla Turca KV

 

 

 

Und die Frauen griffen nach ihren Flöten und die Töne suchten sich ihren Weg wie von selbst

 

 

Das Flötenensemble der Musikschule Hanstedt spielt:

 

Wolfgang Amadeus Mozart:

 

Divertimento Nr. 8 KV 213

 

Andante en Rondeau

 

Menuetto & Trio

 

 

 

Kirchenchor der St. Martins – Gemeinde Jesteburg singt:

 

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart:

 

2 Kanon für Chor:

 

Bona nox, bist a rechta Ox, KV 561

 

Auf das Wohl aller Freunde,  KV 508

 

 

 

Samuel Vollmert  ( Wolfgang Amadeus Mozart )  klatscht

 

 

 

Kirchenchor: 

 

Wolfgang Amadeus Mozart:

 

 Ave Verum corpus KV 618

 

 

 

Alle lauschen andächtig,

 

 

 

Wolferl ( Samuel Vollmert ): Das alles wird von mir sein, brav gesungen.

 

 

 

Mutter ( Iris Schoof ) und Nannerl ( Pia Schnell ) schleppen  die Torte und die Geschenke auf den Tisch:

 

 

 

Nannerl:

 

 

meine Damen und Herren,

 

wie schön spielen Sie die Musik von unserem Wolferl, da haben Sie ihm ein schönes Geschenk bereitet, unser Wolferl feiert heute Geburtstag, seinen 12. Geburtstag.

 

 

 

Sie packt die Torte aus, legt die Geschenke auf den Tisch

 

 

 

Orchester: Happy Birthday Alle spielen und singen Happy Birthday

 

 

 

Herr Meier ( Kuddel Meier ) hat einen zuviel getrunken kippt um, wird in Schubkarre gesetzt und rausgefahren, währenddessen:

 

 

 

Blasorchester und Buxbaam Musi:

 

 

Muß i denn, Muß i denn

 

 

 

Herr Meier wird zur andern Tür wieder reingeschoben...

 

 

 

 

***

 

 

 

 

... Und jeder, der später durch Zufall doch etwas von dieser Geschichte vernommen hat, wird verstehen, dass bis zum heutigen Tag über den Besuch dieser eigenartigen Familie Mozart aus Salzburg in Jesteburg stillschweigen bewahrt wurde.

 

 

 

 

ENDE